Scheißwetter
Arschkalt
Hinterradreifen verliert Luft
kurz vorm Ziel wieder umgedreht

Von Toyah nach Van Horn (125 km)

Tja, was soll ich sagen. Eigentlich wollte ich am 23. Tag in Pecos ins Motel um am 24. Tag nach El Paso durch zu fahren. Doch leider gab es in Pecos keine freien Hotelzimmer mehr. Also gut weiter zum nächsten Ort Toyah. Oh Schrek, der Ort ist ja verlassen. Nicht einmal eine Tankstelle. Nur gut, dass ich in Pecos meine Vorräte bei Walmart aufgefüllt habe. Also weiter in Richtung Van Horn. Um 22:00 war die Nacht bedrückent dunkel und es regnete leicht. Nirgendwo ein Licht, nur die wenigen Fahrzeuge auf der Interstate 20. Es war nämlich Zeit für eine Pause mit Klappstuhl. Zudem wurde der Regen stärker und kühler, weshalb ich einen geschützten Ort benötigte.
Als Einzigste kam mir eine Brücke in den Sinn. Mehrere km später kam eine Ausfahrt mit der gewünschten Unterführung. Alles Zappenduster, ungemütlich und es wird immer kälter und meine Kleidung unter den Regenklamotten total durchnässt. Ich sicherte meinen Unterschlupf mit blinkenden Lichtern zu beider Seiten.
Danach schlüpfte ich in meinen alubeschichteten Notschlafsack um mich wieder aufzuwärmen und machte es mir auf Klappstuhl bequem.
Die Temperatur war auf 16 Grad gesunken. Wer rechnet denn mit so etwas. Erst als ich den Notschlafsack über meinem Kopf zuzog begann ich mich langsam wieder aufzuwärmen.
Die angenehme Wärme machte mich aber nun müde und ich versuchte die Augen zu schließen. Jetzt hörte ich nur noch den Regen prasseln.
Komisch meine Füße fühlen sich s komisch kalt an. Kleine Taschenlampe an. Blick nach unten. Ich sitze in einer flachen Pfütze und rechts und links in der Unteführung sammelte sich langsam das Wasser. Ach ja, Flash-flood-warning. Und die Unterführung liegt unter dem Niveau der Straßen auf beiden Seiten. Super, wie intelligent.
Alles auf die letzte noch trockene Stelle, einpacken und weiter. Denkste.
Der Hinterradreifen ist fast platt.
Scheiße (sorry). Ich wurde unruhig und überlegte meine Optionen. Hier kannst du keinen Reifen wechseln. In kurzer Zeit ist die trockene Stelle auch noch überschwemmt. Es ist kalt, windig und es regnet. Wow, das ist ja eine Supercombo, sehr schön. Luftumpe raus und erstmal pumpen. Die Luft scheint zu halten. Ok. Also los, beim kurbeln springt wenigstens meine körpereigene Heizung wieder an.
Nach 30 Minuten hörte es erstmals auf zu regnen und nach Van Horn waren es noch 50 km. Das müsste ja in 2 Stunden erledigt sein. Pfeiffendeckel, jetzt kamen die Texanischen Berge, nicht schlimm, aber deutlich langsamer.
Die Steigung hoch, schön warm. Die Abfahrt bitter kalt. An der letzten und längsten Steigung Nebel. Fast keine Sicht mehr. Wow und in Washington hats fast 40 Grad. Oh, wie schön wäre das jetzt. Es ist alles immer relativ. Und im Moment alles relativ zum Kotzen. Ein Schild tauchte auf -Picknic Area 1mile-
Gut, da werde ich anhalten und mich nochmal im Notschlafsack aufwärmen.
Der Unterschlupf hatte eine Überdachung von 2×3 Meter und war zu allen Seiten offen. Ich stellte Biest auf der windführenden Seite ab und verkroch mich hinter den Packtaschen.
Alles ok. Ich wartete bis es hell wurde und schlich mich wieder davon.
Noch 20 km bis Van Horn.
Ich ließ es langsam den Berg hinunter rollen und war froh, dass die Wolken manchen Stellen aufmachten und sogar die Sonne gelegentlich hervor blinzelte.
In det Ferne sah ich Berge und schwarze Wolken. Doch nicht schon wieder und das 8 km vor dem Ziel.
Plötzlich blitzte es in meiner Fahrtrichtung immer öfter. Da willst Du doch nocht durch. Es war hier wieder alles flach mit nidriger Vegetation. Auf dem Rad war ich fast die höchste Erhebung. So ein Mist. Nun kam def Wind von vorne und brachte Immer stärker werdenden Regen und die Blitze kamen auch näher. Rückzug. Ich fuhr das erst Mal freiwillig 5 km zurück. Klappstuhl und abwarten.
Ich bobachtete die Wolken, die sich vor mir aufstauten und mit Donner aufbrüllten. Hinter mir schien eine weiter Kaskade von Gewitterwolken auf mich zu zukommen. Das wars, weitrer Rückzug nicht möglich und unter den Flutbrücken kein Schutz möglich.
Vor mir schien es heller zu werden. Ok, das schaut besser aus als hinter mir. Nach einem km Fahrt fing es wieder an leicht zu regnen. Der Himmel war auch nicht mehr so dunkel. Wenigstens bin ich von der Blitzen verschont. Da kam der Wind auch schon von vorne mit riesigen Wassermassen von oben. Links und rechts lief sofort das Wasser zisammen. Das versickert gar nicht. Wow. Lunks von mir donnerten die LKWs vorbei und verabreichten mir noch einen zusätzlichen Wasserklatscher. Nur noch 2 Meilen, komm das schaffst du. Es wurde anstrengend gegen den Wind und den Regen anzukämpfen. aber das Ziel nun vor Augen machte die Anstrengun vergessen und ich rollte in Van Horn ein. Am Motel angekommen, Formalitäten erledigt, Zimmerschlüssel überreicht und auf die Bude. Klimaanlage auf Heizung einschalten und ausziehen. So sitze im also in meinem geheitzten Zimmerchen.
Morgen soll das Wetter bis Nachmittag genauso sein. Deswegen weis ich noch nicht, wann ich morgen abhauen werde.
lg
g
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